Mit Wenn-Dann Pläne zum Ziel

20 Jul , 2015 Coaching-Tool

Mit Wenn-Dann Pläne zum Ziel

Wenn-Dann Pläne unterstützen Ihren Coachee dabei, in Situationen, die für das Erreichen des Zieles kritisch sind, selbstgesteuert und zielunterstützend zu reagieren.

Sie sind zu zweit, Coach und Coachee. Im ersten Schritt legt der Coachee fest, um welches Ziel es geht und arbeitet daran, dass Ziel konkret und positiv zu formulieren. Außerdem sollte das Ziel realistisch sein und der Coachee sollte mit seinem Verhalten selbst zum Erreichen des Ziels beitragen können.

1.) Der Coachee überprüft, ob sich der Coachee bereits in der Planungsphase befindet, also den Rubikon bereits überschritten hat (Rubikon-Modell) und ob der Coachee fest entschlossen ist, dass Ziel zu erreichen (Ziel-Commitment).

2.) Der Coachee identifiziert eine typische Situation, in der es ihm schwer fällt, sich im Sinne des Ziels zu verhalten. Bei dieser Situation kann es sich um eine erinnerte Situation aus der Vergangenheit handeln, oder eine Situation in der Zukunft, die mit großer Wahrscheinlichkeit so eintritt oder eintreten könnte. Es sollte sich um eine Situation handeln, die beim Coachee Verhalten (oder Erleben) auslöst, welches das Erreichen des Ziels gefährdet.

3.) Der Coach erfragt innere und äußere Reize, die diese Situation kennzeichnen. Diese Reize sollten dabei vom Coachee direkt wahrgenommen werden können („der herablassende Blick des Kollegen“ oder „starkes Herzklopfen und das Gefühl, sofort in den Boden versinken zu müssen “).

Der Coachee komprimiert die Situation und den damit verbundenen Reiz zu einem Satz, der mit dem Wort „Wenn …“ beginnt. Der Satz sollte kurz und prägnant sein, und den wesentlichen inneren und/oder äußeren Reiz enthalten. Wenn das dem Coachee nicht auf Anhieb gelingt, kann der Coach mit Vorschlägen und Ideen unterstützen, der Coachee sollte aber seine eigenen Worte finden, mit der sich die Situation treffend beschreiben lässt.

Wenn der Coachee mehrere Reize genannt hat, unterstützt der Coach den Coachee dabei, sich zunächst auf den stärksten Reiz zu konzentrieren, bzw. auf den Reiz, der einzigartig für die Situation ist und dabei hilft, diese Situation von ähnlichen Situationen zu unterscheiden. Wenn das nicht direkt gelingt, können auch mehrere Reize in einen Wenn-Teil formuliert werden, oder mehrere Wenn-Teile, zu denen im nächsten Schritt jeweils ein Dann-Teil gesucht wird.

4.) Jetzt wird am Dann-Teil des Planes gearbeitet. Der Coachee überlegt, welches konkrete Verhalten in der beschriebenen Situation hilfreich wäre. Es sollte auf jeden Fall ein positives Verhalten formuliert werden, also etwas, dass der Coachee aktiv tun kann, nicht etwas, dass der Coachee nicht tun, vermeiden oder unterdrücken möchte. Wenn dem Coachee als Erstes ein Nicht-Verhalten („Ich mache den Kühlschrank nicht auf.“) einfällt, dann greift der Coach diese Idee auf und erfragt im nächsten Schritt eine Alternative, die der Coachee stattdessen tun möchten („Ich trinke ein Glas Wasser.“).

Auch der Dann-Teil sollte prägnant formuliert werden. Wenn der Coachee mehrere mögliche Verhaltensweisen identifiziert hat, unterstützt der Coach dabei, die wichtigste auszusuchen, oder die Verhaltensweise, aus der sich automatisch weitere anderen Verhaltensweisen ergeben.

5.) Jetzt wird der Wenn- und der Dann-Teil der Planes kombiniert zu einem prägnaten und griffigen Satz. Der Coachee kann hier mehrere Formulierungen ausprobieren, bis sich eine Formulierung findet, die auf den Punkt bringt, um was es in dieser Situation geht. Auch hier unterstützt der Coach mit Vorschlägen, achtet aber darauf, dass der Coachee seine eigenen Worte findet. Der Coachee überprüft dann, ob der formulierte Wann-Dann-Plan passend ist und zusammenfasst, um was es geht. Der Wenn-Dann-Plan kann notiert werden und mehrere Male vorgelesen werden.

Wenn notwendig, werden noch Änderungen und Anpassungen vorgenommen, bis der Wenn-Dann-Plan stimmig ist.

Quellen und weiterführende Literatur

Gollwitzer, P. M., & Brandstätter, V. (1997). Implementation intentions and effective goal pursuit. Journal of Personality and Social Psychology, 73, 186–199

Gollwitzer, P. M. (1999). Implementation intentions: Strong effects of simple plans. American Psychologist, 54, 493–503.


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