Das Konzept der gewaltfreien Kommunikation (GFK) ist eine von Marshall B. Rosenberg entwickelte Gesprächsform, die in der Praxis auf vielfältige Art und Weise angewendet werden kann. 

wohnungen Lucka In der Gesprächstherapie, bei Seminaren in Schulklassen oder aber auch beim Coaching finden sich häufig Aspekte und Methoden der gewaltfreien Kommunikation. Die GFK soll Menschen helfen, so miteinander umzugehen, dass die Kommunikation zu mehr Vertrauen und Freude am Leben führt. Das wird erreicht, indem Menschen wertschätzende Beziehungen zueinander entwickeln und so im Kollektiv zu mehr Kooperation und Kreativität kommen. Wertschätzende, einfühlsame, verbindende oder lebensdienliche Kommunikation, all das sind Begrifflichkeiten und Synonyme, die den Kerngedanken der gewaltfreien Kommunikation widerspiegeln: friedlicher Kontakt.

Gewalt ist in der GFK unerwünscht und wird in deren Kontext als Denken oder Sprechen mit implizierten moralischen Urteilen gesehen. Auch das Hinwegsehen über unsere eigenen Bedürfnisse und die anderer Menschen bezeichnen Anhänger der GFK als Gewalt. Laut der gewaltfreien Kommunikation ist es wichtig, zu verstehen, dass Gefühle nicht vom Verhalten anderer, sondern eigentlich von den eigenen Bedürfnissen abhängig sind. Die gewaltfreie Kommunikation, oft auch als „Giraffensprache“ bezeichnet, hat ihre Grundlage in der klientenzentrierten Gesprächstherapie, einer Therapieform von Carl Rogers, die ihren Fokus auf das aktive Zuhören legt. Rosenberg erweiterte das Konzept seines Lehrers und wandte es auf außertherapeutische Bereiche an.

Das Grundmodell der GFK besteht aus vier Schritten: Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis, Bitte. Daraus ergibt sich eine Ich-Botschaft. Grundlage des Konzepts der gewaltfreien Kommunikation ist die Empathie, auf sie bauen alle weiteren Handlungsschritte auf. Der Anwender soll im ersten Schritt üben, seine Umwelt wertfrei wahrzunehmen und zu beobachten. Das darauffolgende klare Erkennen und Benennen von Gefühlen und Bedürfnissen stellt die nächste Herausforderung dar. Schritt vier bildet abschließend die Bitte zur Erfüllung des Bedürfnisses. Ganz allgemein spiegelt der Satz „Wenn ich a sehe, fühle ich b, weil ich c brauche. Bist Du bereit, mir d zu geben?“ so den Wechsel zwischen Aufrichtigkeit und mitfühlendem Verständnis, der den Prozess der gewaltfreien Kommunikation durchzieht, sehr gut wider.

Ich-Botschaften als eine Methode der gewaltfreien Kommunikation (GFK) 

Mit Ich-Botschaften drücken Sie also Ihre eigenen Gefühle, Ihre Wahrnehmung, Ihre Erwartungen und Bedürfnisse aus. Damit lenken Sie einen Konflikt weg vom gegenseitigen Angreifen und Beschuldigen und machen Raum für eine konstruktive Lösung des Gesprächs.

Üben Sie auf Basis der vier Schritt eine Konflikt zu entschärfen:

  • Formulieren Sie eine Beobachtung, ohne diese zu bewerten („Wenn du später nach Hause kommst als vereinbart … “). Vermeiden Sie Verallgemeinerungen wie z.B. immer, dauernd, nie.
  • Drücken Sie Ihr Gefühl aus („ … mache ich mir Sorgen!“). Vermeiden Sie dabei Begriffe, die eine Bewertung des Gesprächspartners beinhalten wie z.B. enttäuscht, missbraucht, verletzt.
  • Benennen Sie ein eigenes Bedürfnis („Mir ist wichtig, zu wissen, dass bei dir alles OK ist.“). Vermeiden Sie, dem Anderen die Schuld daran zu geben, dass Ihr Bedürfnis nicht erfüllt ist. Das Ziel besteht darin, klar zu formulieren, um was es Ihnen geht.
  • Äußern Sie eine Bitte („Kannst du mir kurz eine SMS schicken, wenn du später kommst?“). Damit geben Sie dem Anderen die Möglichkeit, zu reagieren und machen klar, dass Sie an einer konstruktiven Lösung interessiert sind und es Ihnen nicht um Schuldzuweisungen geht. Vermeiden Sie, Forderungen zu stellen. Damit drängen Sie den Anderen in eine Ecke und verhindern ein Gespräch.

In Situationen, die belastend und konflikthaltig sind, können Ich-Botschaften dazu führen, dass Raum für eine konstruktive Lösung geschaffen wird und dass das Gespräch gelingt. Es geht darum, dass Sie im Gespräch bei Ihrer eigenen Wirklichkeit bleiben, und nicht dem Anderen die Schuld oder Verantwortung für eine Situation zuschieben.

Übrigens: In der ich.raum Coachingausbildung in Berlin und Stuttgart geht in im ersten Modul um Kommunikation. Neben Ich-Botschaften lernen Sie in der Coachingausbildung weiter lösungsorientierte Möglichkeiten, mit Konflikten und Missverständnissen umzugehen, bzw. einen Coachee dabei zu unterstützen, Konflikte zu lösen und zu verstehen.

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