Der Begriff der transaktionalen Führung reiht sich in die Führungstheorien nach verhaltenstheoretischem Ansatz ein, also der Überzeugung, der Führungserfolg hänge vom Verhalten eines Vorgesetzten ab. Das schließt mit ein, dass Führungsverhalten erlernbar ist. Das Modell der transaktionalen Führung wurde von James Downton, einem US-amerikanischen Soziologen, 1973 das erste Mal beschrieben. In seiner Monographie „Rebel leadership: commitment and charisma in the revolutionary process“ definiert er die transaktionale Führung als einen Führungsstil, bei dem der Fokus auf der Transaktion zwischen Mitarbeiter und Führungskraft liegt. In diesem Zusammenhang bedeutet Transaktion den Austausch von Beiträgen, also die Leistung der Mitarbeiter gegen die Belohnung durch die Führungsperson. Belohnung kann hier verschiedene Formen annehmen, ob das nun Geld oder eine Beförderung sein mag. James MacGregor Burns, der 1978 die von Downton erdachte Idee von der transaktionalen Führung zu einem ausgereiften Modell weiterentwickelte, erklärt die Beziehung zwischen Mitarbeiter und Führungsperson ein wenig anders. Nach ihm erfüllen transaktionale Führungspersonen den grundlegenden Wunsch eines Menschen, eine Sache gegen eine andere zu tauschen.

Die Beziehung zwischen Führungskräften und Mitarbeitern besteht zum größten Teil aus diesen Transaktionen und nicht aus der individuellen Betreuung oder beruht auf den Persönlichkeitseigenschaften der Führungsperson. Diese gegensätzliche Art der Führung bezeichnet man als transformational. Transformationale Führungspersonen motivieren ihre Mitarbeiter aktiv, vermitteln ihnen ideele Werte und können so ihr Selbstvertrauen und auch das Potenzial der Arbeit stärken. Während ein transaktionaler Führer allein die Bedürfnisse seiner Mitarbeiter erkennt, versucht ein transformationaler also, an diesem Punkt anzusetzen und das Niveau dieser Bedürfnisse auf eine neue Stufe zu heben. Transformationale Führungspersonen sind auf allen Hierarchieebenen anzutreffen und besonders produktiv in Unternehmen im Umbruch, transaktionale Führungskräfte hingegen sind oft eher in Unternehmen mit verhärteten, starren hierarchischen Strukturen zu finden. Die neuere Forschung zeigt allerdings, dass beide Arten der Führung auf allen Ebenen nebeneinander existieren und manchmal sogar in einer einzigen Führungsperson vereinigt sein können. Hier empfiehlt es sich also, Aspekte des transaktionalen und der transformationalen Führungsstils zu vereinen, um die Nachteile beider Modelle optimal ausgleichen zu können.


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